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Landesberufsschule für Handwerk und Industrie Bozen

Vortrag über sexuelle Gewalt und Gerechtigkeit

14.11.2021 | Pressespiegel

v.l.n.r. Direktor Peter Prieth, Don Gottfried Ugolini, Gerichtspräsidentin Elsa Vesco, Kommandant Gennaro de Gabriele und Projektleiter Vasyl Demchuk

Sexuelle Gewalt und Gerechtigkeit: ein Thema, das in letzter Zeit aktueller denn je ist. Grund genug, gerade Jugendliche für dieses Thema zu sensibilisieren. Dazu referierten an unserer Schule die Gerichtspräsidentin Elsa Vesco, der Kommandant der Carabinieri-Kompanie Bozen Gennaro de Gabriele und Don Gottfried Ugolini als Beauftragter der Kirche.

Elsa Vesco berichtete, dass eine von vier Personen mindestens einmal einen sexuellen Missbrauch erlitten habe, und dass die Gesetze dahingehend immer wieder abgeändert würden. Sie erklärte die Wichtigkeit der Institutionen, um Unrecht auf- und anzuzeigen und die Aufgabe der verschiedenen Anlaufstellen wenn einem Unrecht widerfahre. Sie sprach auch über die Nutzung der neuen Medien, die – wenn richtig eingesetzt – einen wesentlichen Beitrag im Kampf gegen Gewalt und sexuelle Übergriffe beitragen würden. Zudem wies sie auf die Handbewegung hin, mithilfe derer Opfer häuslicher Gewalt stillschweigend zeigen könnten, dass sie Hilfe benötigen.

Gennaro De Gabriele legte in seinem Referat das Hauptaugenmerk auf die neuen Medien und auf die immer noch unterschätzten Gefahren im Umgang damit. 
In der Pandemie und den verschiedenen Lockdowns seien diese Medien immer mehr eine Möglichkeit zur Kommunikation geworden und die Vergehen hätten zugenommen.

Er sprach auch über die Erpressungen im Netz mit sexuellem Hintergrund. Diese ließen sich vermeiden, wenn man keine persönlichen Daten, Fotos usw. an Unbekannte aber auch an Bekannte/Angehörige senden würde.  Übrigens: Das Verbreiten und Weiterleiten von Fotos ohne Erlaubnis der darauf abgebildeten Person ist eine Straftat!  

Don Gottfried Ugolini berichtete davon, dass er im Umgang mit Missbrauchsopfern in der Kirche einiges gelernt habe. Er ist überzeugt davon, dass wir alle Verantwortung im Umgang mit unseren Mitmenschen trügen. Er stelle sich aber auch die Frage was eine gute Beziehung sei, wie man am besten respektvoll miteinander umgehe und welchen Sprachgebrauch wir untereinander benutzen würden. Denn nicht nur Taten, sondern auch Worte können verletzen.

Alle drei Referenten stellten sich anschließende den Fragen der Schüler*innen.