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Landesberufsschule für Handwerk und Industrie Bozen

“Nie wieder ist jetzt” - Aus der Vergangenheit lernen

13.12.2023 | News

Mitte November besuchten die Klassen MTR2b und Info 2b, bestehend aus 15/17-jährigen Schülern, das Konzentrationslager in Dachau. Der Treffpunkt war um sechs Uhr  früh vor der Landesberufsschule in Bozen. Nach etwa vier Stunden erreichten wir schließlich die kleine Stadt Dachau.

Stefan, unser Experte für die Führung, von Beruf Biologe, arbeitet seit sieben Jahren als Freiwilliger im KZ. Wir starteten die Führung am ehemaligen Führerhaus, welches heute von der Polizei als KFZ-Werkstätte verwendet wird. Stefan berichtete uns mithilfe von Bildern über mehrere Überlebende (heute gibt es nur mehr zwei), die alljährlich am 1. Mai zur Gedenkstätte kommen, um von ihrem Leid zu erzählen und der schlimmen Jahre zu gedenken. Wie ein roter Faden zog sich die Geschichte einer Familie aus dem Veneto durch die gesamte Führung.

Durch das Tor mit der Schrift ARBEIT MACHT FREI begaben wir uns über den Appellplatz zu den Denkmälern. Stefan schilderte uns mit viel Sachwissen den Leidensweg der Inhaftierten. Er informierte uns darüber, dass Menschen zu Nummern wurden, erklärte uns die medizinischen Versuche und die Folterungen und Strafen, die unmenschlichen Arbeitsbedingungen und das Leben und Sterben in den Baracken. Von denen stehen nur mehr zwei und auch die wurden nachgebaut. Die Originalbaracken wurden absichtlich vernichtet, um kein Beweismaterial zu hinterlassen.

Während dieser Erklärungen erschien plötzlich ein Regenbogen am Himmel. Stefan war davon mehr als beindruckt. Er meinte, so etwas habe er in den sieben Jahren an dieser Stelle noch nie gesehen.

Anschließend besichtigten wir den Bunker, sprich den ehemaligen Gefängnistrakt. Dort erhielten die Häftlinge nur Brot und Wasser oder eine versalzene Suppe, damit sie noch mehr Durst hatten. Weitere Folterungsmethoden waren Hitze oder extreme Kälte.

Nach der Besichtigung des Bunkers marschierten wir zur Gaskammer, die als „Brausebad“ getarnt wurde. Gezeigt wurden uns die Verbrennungsöfen, in denen Abertausende von Leichen verbrannt wurden. Deren Asche vergrub man anschließend hinter dem Krematorium.

Stefan beendete die Führung in der evangelischen Gedenkkirche, in der wir für die Opfer dieser schrecklichen Zeit eine Kerze anzündeten.

Der Ausflug ermöglichte uns eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und stärkte das Verständnis, wieso es so wichtig ist, die Vergangenheit nicht zu vergessen. Und wenn man so etwas gesehen hat, hofft man auch, dass so etwas nie wieder geschieht.